Schülerbeiträge

Auf dieser Seite schreiben Schüler über ihre Erfahrungen in der Tagesklinik.

 

Die spannende Tagesklinik

Es fing alles an, als ich an der Realschule war. Da bekam ich die Konzentrationsschwäche und Stress mit dem Lehrer. Ich habe immer mehr Probleme mit dem Lehrer bekommen. Blaue Briefe wurden raus geschickt, und so nach einem Jahr bekam ich eine Klassekonferenz. Da wurde entschieden, ob ich weiter in die Schule gehen oder wechseln soll, aber zum Glück durfte ich bleiben. Dann war alles erst mal O.K. für eine Zeit, aber dann bekam ich schlechte Noten und kam nicht mehr mit dem Unterrichtsstoff mit. Ich wollte die Schule wechseln wegen den Noten. Ich kam auf die Theodor - Heuss - Schule. Die Schule ist gut. Da lernt man viel, die Lehrer sind nett und der Direktor auch. Er macht manchmal Scherze oder Witze, die gut sind. Ich kam in eine nette Klasse. Ich kam ganz nach vorne und konnte gut lernen, aber dann kam ich in die siebte Klasse. So im Oktober bekam ich die Probleme: Ich wurde unruhig und musste zum ersten Mal zum Gespräch in die Tagesklinik. So gegen Januar wurde entschieden, dass ich für drei Monate in die Tagesklinik kommen soll. Am Anfang fand ich es hier nicht so gut, aber hier kann ich viel machen, z.B. Klettern und Basketball. Außerdem habe ich hier schon einige meiner Probleme gelöst. Ich weiß nicht, ob die Anderen der gleichen Meinung sind. Klar hat jeder seine eigene Meinung und entscheidet für sich selber. Aber man kann sich nicht gleich beim ersten Mal ein Urteil machen, sondern erst, wenn man das hier alles richtig kennen gelernt hat. Dann kann man sich eine Meinung machen. Es schadet keinem hier mal vorbei zu kommen, wenn er Probleme hat, ein Gespräch zu machen und über seine Probleme zu reden. Es gibt hier lange Wartezeiten, um hierhin zu kommen. Also viel Spaß!

Matthias, 13 Jahre

 

Vorstellung der Tagesklinik

Die Tagesklinik ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die Probleme in der Schule oder privat haben. Dort arbeiten auch Therapeuten und Psychologen, die den Kindern gerne helfen. Die Kinderstation ist von 6 bis 12 Jahren und die Jugendstation von 12 bis 18 Jahren. Alle sind von 8.00 h bis 16.00 h hier. Entweder fahren die Kinder und Jugendlichen mit dem Taxi nach Hause oder fahren mit dem Bus, der Bahn und dem Zug. Manche gehen auch zu Fuß.

Die Woche läuft folgendermaßen ab: Montags ist Kunsttherapie, da werden Bilder gemalt oder gestaltet. Dienstags ist Interaktionsgruppe für das Selbstbewusstsein. Mittwochs gehen die Kinder klettern. Donnerstags ist Gruppentherapie. Freitags ist Jugendkonferenz; da werden Beschwerden gesagt und besprochen.

Ab 16 Jahren dürfen die Jugendlichen rauchen. Man darf auch mal raus. Die Betreuer sind sehr nett. Die Tagesklinik erlaubt den Kindern nicht, hier zu schlafen. Das Essen wird gebracht und schmeckt meistens gut. Die Kinder kommen auch in den Ferien. Gespräche finden immer statt. Die Kinder haben ein eigenes Fach, wo sie ihren Schlüssel oder Ähnliches reinlegen können.

Janine, 12 Jahre

 

Bulimie - wenn meine Seele hungert

Ein Erfahrungsbericht

 

Ich heiße Gina und bin 13 Jahre alt. Ich habe jetzt seit ca. einem Jahr die Krankheit Bulimie, die tödlich enden kann. Hier in diesem Text möchte ich ein wenig von meiner Geschichte erzählen.

Bei mir fing alles am 14.02.2004 an. Ich fand mich schon immer zu dick, obwohl ich es noch nie war. Irgendwann guckte ich eine große Reportage über Bulimie im Fernsehen. Außerdem habe ich eine Freundin, die diese Krankheit hatte. Ich interessierte mich immer mehr für Bulimie und erkundigte mich bei vielen Leuten und in Büchern darüber.

Über die Nebenwirkungen wollte ich nicht nachdenken.

Eines Tages kam ich auf die Idee, das auszuprobieren. Und im Nu hatte ich fest diese Krankheit. Nach einem Monat heimlichem Übergeben kam es dann heraus. Meine Mutter merkte es bald, denn ich kippte oft um, ich aß nichts mehr oder wenn ich aß, dann sehr viel mehr als alle anderen. Ich gab meine Hobbys auf, hatte nie Geld, war nur zu Hause, hatte schlechte Noten usw.

Eigentlich habe ich nur erreicht, dass ich endlich dünn war. Das war dann auch letztendlich der Grund, wieso meine Mutter es gemerkt hat.

Als die Sache dann aufflog, musste ich ins EVK nach Düsseldorf. Das ist eine Klinik, die sich auf Bulimie und Magersucht spezialisiert hat. So ging das dann eine Zeit lang - ein Monat Pause, dann wieder in die Klinik und so weiter.

Heutzutage geht es mir schon besser. Aber ich hatte einen Schutzengel, denn in vielen Fällen geht diese Krankheit tödlich aus. Ich würde keinem Menschen diese Krankheit empfehlen, denn diese Krankheit ist ein Kampf mit dem Tod, der sehr schnell zu verlieren ist. Wenn man abnehmen will, dann gesund. Denn bei dieser Krankheit bringt es sowieso nichts. Du nimmst ab, und sobald du wieder gesund bist, nimmst du wieder zu. Hier tritt dann das sogenannte „Jojo – Gewicht“ auf.

Ich hoffe, dass ich es endlich eingesehen habe und mich bald geheilt nennen kann. Doch bis dahin ist dies noch ein langer und elender Weg. Deshalb möchte ich mich bedanken bei allen Leuten, die mir beigestanden haben und mir beistehen, wie zum Beispiel meine Eltern, Romina, Jota, Oma, Opa, Nonna, Nonno, bei meiner ganzen Familie und bei meinen ganzen Freunden. Auch ein riesiges Dankeschön an alle meine Ärzte, ganz besonders an die Station K6 und an Karsten Thiel. Danke an alle, die mir geholfen haben!

 

Eure Gina (13 Jahre)